Urbanität: Stadt für Menschen

Würzburg: Stadt für Autos oder Stadt für Menschen?

Erinnern Sie sich noch, als über die Alte Mainbrücke Autos fuhren, in der Domstraße Stau herrschte und der Sternplatz Parkplatz war? Das erscheint wie eine Alptraum aus fernen Zeiten, aber so war es noch Anfang der 1990er Jahre. Erbittert wurde um jeden Parkplatz gerungen, manch einer sah den Untergang von Würzburg herauf ziehen, sollte in der Domstraße ein Fußgängerbereich eingerichtet werden.

Domstraße 1982

Und heute? Will kein Mensch davon mehr etwas wissen – auch die damaligen Gegner nicht. Der Einzelhandel in der Domstraße konnte durch den Fußgängerbereich ein Drittel Umsatzzuwachs verzeichnen, der Sternplatz ist im Sommer ein einziger großer Biergarten – und auf der Alten Mainbrücke hat sich ein wunderbares Stück Urbanität entwickelt, wo Touristen und Einheimische in der Abendsonne ihren Schoppen genießen. Wer möchte zurück in das Würzburg, das vor allem eine Stadt für Autos war?

Alte Mainbrücke 2012

Die Zeiten ändern sich. Während ab den 1950er Jahren das neue Massenprodukt PKW die Bevölkerung begeisterte, erleben wir heute einen pragmatischen Umgang mit der Fortbewegung: je jünger die Menschen, umso offener entscheiden sie, welches Verkehrsmittel sie nutzen, und dabei verliert der PKW viel schneller als gedacht an Boden. Stuttgart hat diese Entwicklung sorgfältig dokumentiert: Von 2000 bis 2011 ist die Zahl der PKW-Halter insgesamt um gut 8% zurück gegangen, bei den 18- bis 25-Jährigen aber um über 63%! Die Menschen fordern immer stärker eine Stadt zum Leben, mit Freiräumen und Aufenthaltsqualität – und nicht mehr eine Stadt für Autos, wo Straßen und Parkplätze dominieren und damit urbanes Leben verhindern.

Einige Beispiele: